Welpen aus illegalem Hundehandel im Tierheim Chemnitz

Nächtliche Einsätze gehören zu den notwendigen, aber nicht sehr beliebten Aufgaben eines Tierheimtierpflegers. Besonders wenn man 02.00 Uhr nachts an die tschechische Grenze gerufen wird, wird es unschön. Am 25. Mai stoppte die Bundespolizei an der Grenze einen auffälligen Kombi. Im Kofferraum fanden die Beamten einige Kartons und Kisten mit Welpen. Bei näherer Untersuchung fanden sich noch weitere Kisten überall im Auto. Insgesamt 45 Welpen waren unter tierschutzwidrigen Bedingungen im Auto zusammengepfercht. Für keines der Tiere konnte der Fahrer einen gültigen Impfausweis vorweisen, lediglich 11 Blanko-Impfausweise lagen im Auto. Der Fahrer gab an, die Tiere nach Belgien bringen zu wollen, zum Verkauf. Bei den Welpen handelte es sich um Moderassen, die leicht verkäuflich sind. Möpse, Chihuahuas, Zwergpudel, Shi-Tzus, Labradore und Golden Retriever waren darunter.
Da das zuständige Tierheim (Tierheim Neu-Amerika in Annaberg-Buchholz) nicht sofort erreichbar war, kam den Polizisten erst einmal das Tierheim Chemnitz zu Hilfe. Da für jedes Tierheim die plötzliche Aufnahme so vieler Hunde eine große Belastung darstellt, wurden die Welpen zwischen Chemnitz und Annaberg aufgeteilt. 13 der 45 Welpen kamen ins Tierheim Chemnitz. Hier wurden die Tiere sofort am nächsten Morgen dem Tierarzt vorgestellt, der den Tieren eine gute Gesundheit bescheinigte und auch bestätigte, dass die Tiere das erforderliche Alter von 8 Wochen haben. Wir hatten mit diesem Tiertransport offensichtlich einen der „seriöseren“ erwischt, bei dem die Welpen nicht total krank und zu jung verkauft werden.  Die Welpen wurden trotzdem sofort geimpft, entwurmt und gekennzeichnet.
Einige Tage später wurden die Welpen wieder ins Tierheim Annaberg gebracht. Die Welpen durchlaufen dort gemeinsam die Quarantäne und werden, sobald sich ihr Gesundheitszustand stabilisiert hat, vermittelt.

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