Sächsischer Landestierschutzverband fordert Katzenschutzverordnung

Schon seit Jahren kämpfen die Tierschutzvereine in ganz Deutschland für eine flächendeckende Katzenschutzverordnung. Einige Kommunen in Deutschland haben bereits entsprechende Verordnungen erlassen, in Sachsen jedoch nur zwei Kommunen. Das ist viel zu wenig. Was wir brauchen, ist eine flächendeckende, landesweite Verordnung, um die Population der Katzen wirkungsvoll einzudämmen und das Leid der Katzen zu verringern.

Im Oktober 2016 gab es zu diesem Thema eine Anhörung im Sächsischen Landtag. Geladen waren Experten aus Tierschutzorganisationen und Veterinärämtern, die sich zu dem Entwurf einer Schutzverordnung äußern konnten. Die Experten waren sich einig, dass eine flächendeckende Katzenschutzverordnung dringend nötig ist.

Als nicht sinnvoll erachtet wurde der Vorschlag, die Entscheidung über eine Schutzverordnung den Kommunen zu überlassen. Das würde letzten Endes einen Flickenteppich an Verordnungen ergeben, der nicht viel nützt, denn Katzen legen bekanntlich auch größere Entfernungen zurück, um einen Paarungspartner zu finden.

Die Katzenschutzverordnung zielt insbesondere auf nicht kastrierte Freigänger-Katzen, die sich regelmäßig fortpflanzen und deren Nachkommen häufig verwildern. Inhalt einer solchen Verordnung muss daher die Kastrationspflicht für Freigänger-Katzen und deren Kennzeichnung und Registrierung in einem Haustierregister sein. Nur so kann der Bestand der verwilderten Hauskatzen auf Dauer verringert werden.

Die Tierschutzvereine würden von so einer flächendeckende Katzenschutzverordnung enorm profitieren, denn die Kennzeichnungspflicht würde den Tierschutzvereinen die Rückgabe von Fundtieren an die Eigentümer sehr erleichtern bzw. den Haltern das Aussetzen von Tieren erschweren. Die Katzenbestände in Tierheimen würden voraussichtlich sinken, denn die meisten Insassen sind Fundkatzen, zu denen sich kein Halter findet bzw. die Nachkommen von nicht kastrierten Freigänger-Katzen.

Die Eindämmung des Katzenbestandes wäre auch aus Naturschutzgründen sehr positiv zu sehen, denn viele einheimische Vögel, Reptilien und Kleinsäuger sind durch den hohen Bestand an verwilderten Hauskatzen bedroht.

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