Panikmache um Schweinepest – tierschutzwidrige Jagdmethoden gefordert

Die Ausbreitung der Schweinepest beschäftigt Tier- und Naturschutz-, Bauern- und Jagdverbände schon eine ganze Weile. Noch ist die Seuche nicht in Deutschland angekommen, dennoch sollen präventiv schon Maßnahme getroffen werden, die aus Tierschutzsicht rundweg abzulehnen sind.

Soweit wir aus der Presse erfahren haben, plant Sachsen einige Änderungen im Jagdgesetz. So sollen demnächst die Fangjagd mit Käfigen erlaubt sein, ebenso wie die revierübergreifende Jagd. Die Schonzeiten sollen aufgehoben werden. Einige Jagdverbände fordern noch weiterreichende Maßnahmen wie den Abschuss mit Schalldämpfern, die Beleuchtung an Kirrstellen und den Abschuss von Muttertieren.

Im Morgenmagazin (ARD/ZDF) vom 12.01.18 wurde von seiten des Bauernverbandes eine Reduzierung des Wildschweinbestandes um 70% gefordert!

Das Umweltministerium sowie der Bauern- und der Jagdverband erhoffen sich dadurch Schutz vor der Seuche für den Haustierbestand. Allerdings können Erreger auch und vor allem durch Vögel bzw. verseuchte Nahrungsmittel eingeschleppt werden. Wild drauflos zu schießen wird die Ausbreitung nicht stoppen können.

Sinnvolle Maßnahmen wie einen effektiven Schutz der Haustierbestände, zum Beispiel durch Vermeidung zu Wildkontakt und erhöhte Vorsichtsmaßnahmen bei der Einschleppung von Viren, werden bisher offenbar gar nicht diskutiert.

Wir erachten die geplanten Maßnahmen für nicht sinnvoll und tierschutzwidrig und stellen uns klar gegen die geplanten Änderungen im Jagdgesetz. Durch Panikmache soll hier versucht werden, zu Recht verbotene Jagdmethoden wieder salonfähig zu machen.